Langlebige Alternative zu Styropor: Wärmedämmung geht auch anders

Hochrechnungen besagen, dass bis heute rund 800 Millionen Quadratmeter Wärmedämmung aus Styropor/Polystyrol in Deutschland zur Dämmung von Häusern verarbeitet wurde. Zunehmend stellt sich bei Sanierungsinteressierten Unbehagen hinsichtlich des Materials ein, TV-Berichte über Test zu der Brennbarkeit von Styropor tun ihr Übriges.

Unstrittig, dass eine gedämmte Gebäudehülle ein deutlich besseres Wohngefühl und attraktive Einsparpotenziale bei der Heizenergie bietet. Doch die Frage nach Alternativen zum Wärmedämmverbundsystem (WDVS) wird immer häufiger gestellt.

Welche Möglichkeiten bieten sich also dem Bauherren? Grundsätzlich unterscheidet man die Wanddämmarten Wärmedämmverbundsystem (Thermohaut), Kerndämmung, Innendämmung und Vorhangfassade bzw. hinterlüftete Fassade.

Fachleute halten die vorgehängte hinterlüftete Fassade für eine bauphysikalisch optimale und langfristig sehr wirtschaftliche Lösung.

Kennzeichnend für die Vorhangfassade ist die klare Funktionstrennung zwischen Wetterschutz, Hinterlüftung, Fassadendämmung und tragender Wand. Die Fassadenbekleidung schützt die Dämmung und das Grundmauerwerk vor Regen, Schnee und Wind. Der Hohlraum der vorgehängten hinterlüfteten Fassade führt von innen oder außen eindringende Feuchtigkeit ab. Somit bleibt das Mauerwerk trocken, das Raumklima angenehm und die Dämmung dauerhaft wirksam.

„Die hinterlüftete Fassade bietet ein große Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten. Zum Einsatz kommen Paneele aus Faserzement, als Echtholzfassade, in Steinoptik, in Schiefer, in Putzoptik mit echtem Stein oder in Metall. Oder auch miteinander kombiniert“, erläutert Dachdeckermeister Ingo Dedermann, Geschäftsführer der Barczewski GmbH.
(Redaktioneller Gastbeitrag in der Mitgliederzeitschrift von Haus & Grund, 04/2012, S. 17)